Schlagmuster für Gitarre – Der komplette Einstieg in Rhythmus & Strumming

Du willst Songs begleiten, die richtig gut klingen – weißt aber nicht, welche Schlagmuster du dafür brauchst? Dann bist du hier genau richtig. In diesem Beitrag erfährst du Schritt für Schritt, wie du mit einfachen Strumming-Techniken sofort rhythmischer spielst und deine Gitarre endlich nach Musik klingt. Lass uns direkt starten!
Eine Botschaft von Matthias Koop
Staatlich gepüfter Gitarrenlehrer

Was ist ein Schlagmuster?

Ein Schlagmuster – oft auch Strumming Pattern genannt – ist die Art und Weise, wie deine rechte Hand die Saiten deiner Gitarre anschlägt, um einen bestimmten Rhythmus zu erzeugen. Immer wenn du einen Song begleiten möchtest, brauchst du zwei Dinge:
  • Akkorde, die den harmonischen Rahmen bilden
  • Schlagmuster, die bestimmen, wie diese Akkorde klingen
Wenn man die Überbegriffe nimmt, bewegt man sich einerseits in der Harmonielehre: Welche Akkorde passen zusammen? Welche Tonleiter klingt über welche Akkordfolge? Auf der anderen Seite steht die Rhythmuslehre: Wie schlägt man die Akkorde rhythmisch sinnvoll an? Wie bleibt man im Takt? Verstehst du beide Seiten, hast du das „System Gitarre“ schon sehr gut verinnerlicht. Das Schöne: Schlagmuster sind deutlich einfacher zu lernen, als viele denken — und sie sind der Schlüssel, um sofort musikalisch zu klingen.

Für was benötigt man Schlagmuster?

Ohne ein Schlagmuster würdest du beim Spielen eines Akkords einfach nur einen einmaligen Anschlag setzen — und das klingt nach allem, aber nicht nach Musik. Ein Schlagmuster für Gitarre sorgt dafür, dass ein Song lebendig wird.
Es definiert:
  • Wie oft du nach unten und oben schlägst
  • Welche Zählzeiten du spielst oder auslässt
  • Wo du eine Betonung setzt
  • Wie du dämpfst oder locker schwingen lässt
Egal ob Pop, Rock, Singer-Songwriter oder Rocksongs – ohne ein rhythmisch sauberes Strumming klingt selbst der schönste Akkordwechsel kraftlos. Deshalb gehört das Schlagmuster auf der Gitarre lernen zu den wichtigsten Grundlagen für Anfänger und Fortgeschrittene.

Aufschlag vs. Abschlag: Die Symbole

Bevor wir über Rhythmus, Zählzeiten oder Strumming Patterns sprechen, müssen wir klären, wie Auf- und Abschläge überhaupt dargestellt werden. Und genau hier gibt es zwei unterschiedliche Schreibweisen, die im Internet, in Lehrbüchern und sogar in Apps parallel existieren. Beide sind richtig – sie basieren nur auf verschiedenen Blickwinkeln.

Darstellung 1 – Die Tabulatur-Logik (auf den ersten Blick verwirrend, aber korrekt)

Darstellung 1: Gitarre mit Pfeilen für Abschlag (aufwärts) und Aufschlag (abwärts).
In dieser Darstellung zeigt der nach oben gerichtete Pfeil den Abschlag an, und der nach unten gerichtete Pfeil steht für den Aufschlag. Viele Anfänger wundern sich sofort:
„Warum zeigt der Abschlag nach oben? Das ist doch unlogisch!“
Der Grund liegt in der Tabulatur (TAB) und der Art, wie Gitarrensaiten dort angeordnet sind. In der TAB steht oben die hohe e-Saite. Unten steht die tiefe E-Saite
Gitarren-Akkordskala mit Noten E, A, D, G, H, e und Pfeilen für Abschlag und Aufschlag.
Wenn du einen Abschlag spielst, bewegst du deine Hand von der dicken E-Saite nach unten zur dünnen e-Saite. Auf der TAB bedeutet das: Du wanderst von unten nach oben durch die Saiten. Darum zeigt der Pfeil nach oben, obwohl du physisch am Instrument nach unten spielst. Vereinfacht gesagt:
  • Pfeil nach oben = du wanderst in der TAB nach oben → Abschlag
  • Pfeil nach unten = du wanderst in der TAB nach unten → Aufschlag
In vielen klassischen Lehrwerken wird genau diese Logik verwendet, weil sie sich 1:1 an der TAB orientiert.

Darstellung 2 – Die intuitive Strumming-Darstellung (heute am weitesten verbreitet)

Darstellung 2: Zwei braune Pfeile zeigen „Abschlag“ und „Aufschlag“ vor einer Gitarre.
In der zweiten Schreibweise zeigt der Pfeil nach unten den Abschlag an, und der Pfeil nach oben steht für den Aufschlag. Das entspricht genau der realen Bewegung deiner Schlaghand:
  • Beim Abschlag bewegt sich die Hand nach unten → Pfeil nach unten
  • Beim Aufschlag bewegt sie sich nach oben → Pfeil nach oben
Diese Darstellung ist deutlich intuitiver und wird heute fast überall genutzt:
  • Auf YouTube
  • In modernen Gitarrenbüchern
  • In Apps
  • Auf Websites wie Ultimate Guitar, wo sich inzwischen Darstellung 2 als Standard durchgesetzt hat
Die meisten Einsteiger empfinden diese Variante als wesentlich leichter verständlich, weil die Pfeile direkt die Bewegungsrichtung der Hand anzeigen.

So liest und verstehst du Schlagmuster

Es gibt zwei grundlegende Schreibweisen, wie Schlagmuster dargestellt werden.

Schlagmuster ohne Notenwerte

Pfeile zeigen ein Gitarrenschlagmuster: AB, AB, AUF, AUF, AB, AUF.
Diese Darstellung besteht nur aus Pfeilen für Abschlag (↓) und Aufschlag (↑). Die Zählweise könnte lauten: Ab – Ab – Auf – Auf – Ab – Auf Diese Notation ist einfach, hat aber ein großes Problem:
  • Der Bezug zum Takt fehlt.
  • Man weiß nicht genau, ob man Viertel, Achtel oder Sechzehntel spielt. Dadurch wird es schwer, im Takt zu bleiben.
  • Problem: Wenn man so "zählt" kommt man aus dem Takt und man verspielt sich

Schlagmuster mit Notenwerten und Zählzeiten

Gitarrenschlagmuster mit Auf- und Abwärtspfeilen und Zählzeiten 1 u 2 u 3 u 4 u.
Die deutlich präzisere Variante sind Schlagmuster mit Zählzeiten. Hier erkennst du sofort:
  • Welche Achtelnoten gespielt werden
  • Welche Schläge ausgelassen werden
  • Wie der Rhythmus des Schlagmusters aufgebaut ist
Es gibt verschiedene Darstellungsformen, aber alle beziehen sich auf die Zählzeit und damit auf die Taktart.

Wer Schlagmuster verstehen will, muss Notenwerte verstehen

Keine Angst: Du musst nicht „Noten lesen“ lernen, sondern nur ein kleines Rhythmus-Einmaleins.

Noten-Crashkurs für den Rhythmus

Die wichtigsten Werte für Schlagmuster sind:
  • Halbenote: Umfasst 2 Schläge im 4/4 Takt - Beispiel auf die 1
  • Viertelnote: 1 Schlag pro Zählzeit - Beispiel auf die 3
  • Achtelnote: 2 Schläge pro Zählzeit Beispiel auf die 4 und 4u
Damit entsteht der typische Wechselschlag: unten nach oben, oben nach unten – gleichmäßig wie ein Pendel.
Strumming-Muster für Gitarre mit Pfeilen für Auf- und Abwärtsbewegungen und Zählzeiten 1 u 2 u 3 u 4 u.

Einfache Schlagmuster mit einfachen Notenwerten – 4/4-Takt

Die meisten Songs aus Pop, Rock und Singer-Songwriter-Musik stehen im 4/4-Takt. Deshalb beginnen wir hier.

Einfache Schlagmuster mit 4tel Notenwerten

Zwei aufwärtszeigende Pfeile und die Ziffern 1, 2, 3, 4 vor dem Hintergrund einer Gitarre.
Drei Pfeile zeigen nach oben über einer Gitarre; unter den Pfeilen stehen die Zahlen 1, 2 und 3, rechts daneben eine 4.
Vier nach oben zeigende Pfeile mit den Zahlen 1 bis 4 über einer Gitarre.

Einfache Schlagmuster mit 8tel Notenwerten

Gitarren-Schlagmuster mit vier Aufwärts- und drei Abwärtspfeilen, beschriftet 1 u 2 u 3 u 4 u.

Allround-Schlagmuster

Gitarren-Schlagmuster mit auf- und abwärts gerichteten Pfeilen und den Zählzeiten „1 u 2 u 3 u 4 u“
Übetipp:
  • Spiele zuerst nur auf einer Saite
  • Dann mit Akkord
  • dann mit Akkordwechseln
  • Nutze ein Metronom (z. B. 70–80 bpm)
  • Steigere das Tempo erst, wenn alles locker klingt

Schlagmuster für Gitarre im 3/4-Takt

Der 3/4-Takt klingt waltzartig, fließend und wird in Balladen häufig verwendet.
Hände zupfen Saiten einer Akustikgitarre mit aufwärts gerichteten Pfeilen und Zahlen 1, 2, 3.
Gitarrenschlagmuster mit Pfeilen nach oben und Nummern 1, 2, 3
Zwei aufwärts gerichtete Pfeile mit den Nummern 1 und 3 über einer unscharfen Gitarre.

6/8-Schlagmuster für Gitarre

Der 6/8-Takt hat einen schaukelnden Charakter. Viele Rocksongs, aber auch Folk-Stücke nutzen ihn.
Gitarrenzupfmuster mit sechs Auf- und Abwärtspfeilen und den Zählzeiten 1, 2, u, 3, 4, 5, 6.

Weitere Techniken für dein individuelles Schlagmuster

Wenn du etwas fortgeschritten bist, kannst du dein Strumming interessanter gestalten.

1. Rhythmus mit Haltebogen

Hier werden Schläge ausgelassen, aber der Klang wird gehalten. Das erzeugt sofort ein professionelles rhythmisches Gefühl.

2. Mit Betonungen (Akzente)

Bestimmte Schläge stärker zu betonen macht das Strumming lebendiger. Oft setzt man die Betonung auf die 2 und 4 – typisch in Rock und Pop.

3. Dead Notes auf der Gitarre spielen

Das Abstoppen der Saiten mit der Greifhand oder Anschlagshand erzeugt ein abgedämpftes, perkussives Geräusch. Ideal, um ein Gitarren-Schlagmuster rhythmisch zu variieren.

4. Mit 16tel-Noten

Wenn du noch einen Schritt weiter möchtest, kannst du mit Sechzehnteln arbeiten: Damit öffnen sich viele moderne rhythmische Muster, die professionell klingen.

Schlagtechnik – Praxis-Tipps

Strumming mit Plektrum

Ein paar wichtige Hinweise:
  • Halte das Plektrum locker zwischen Daumen und Zeigefinger
  • Die Bewegung kommt aus dem Handgelenk, nicht aus dem Arm
  • Spiele leicht über die Saiten, nicht „durch“ die Gitarre
  • Bleib entspannt – verkrampfst du, leidet dein Rhythmus

Strumming mit Fingern

Für sanftere Songs oder Fortgeschrittene: Der Daumen übernimmt oft die tiefen Saiten Die anderen Finger streifen leicht über die höheren Saiten Gerade bei Pop-Balladen klingt Finger-Strumming sehr warm

FAQ – Schlagmuster für Gitarre

1. Brauche ich Schlagmuster wirklich, um Gitarre zu spielen?

Ja. Ohne Schlagmuster klingt selbst ein perfekter Akkordwechsel statisch.

2. Soll ich zuerst Akkorde oder Schlagmuster üben?

Am besten beides parallel. So lernst du, rhythmisch sauber zu begleiten.

3. Wie verbessere ich mein Timing?

Nutze ein Metronom, spiele langsam und steigere das Tempo erst, wenn alles entspannt klingt.

4. Warum klinge ich nicht gleichmäßig?

Meistens bewegt sich die rechte Hand nicht im gleichmäßigen Pendel. Der berühmte Luftschlag (Schläge bewusst weglassen, aber die Bewegung beibehalten) hilft sofort.

5. Meine Hand verkrampft — was tun?

Weniger Druck, kleinerer Bewegungsradius, mehr aus dem Handgelenk.

6. Wie werde ich rhythmisch sicherer?

Regelmäßiges Strumming üben verbessert das Rhythmusgefühl enorm.

7. Wie schaffe ich saubere Akkordwechsel?

Langsam üben, rechtzeitig vorbereiten und das eigentliche Schlagmuster zunächst vereinfacht spielen.

Zusammenfassung

Schlagmuster sind das Herzstück jeder Liedbegleitung. Egal ob Anfänger oder fortgeschritten: Mit einfachen Mustern, klaren Zählzeiten, einem entspannten Wechselschlag und regelmäßigem Üben entsteht sofort Musik. Wenn du die wichtigsten Schlagmuster für Anfänger beherrschst, kannst du hunderte Songs begleiten – und nach und nach dein eigenes Strumming Pattern variieren, erweitern und interessanter gestalten.

Kostenlose Preobestunde

Viele Erwachsene wollen endlich Songs auf der Gitarre begleiten – doch sie verzetteln sich in YouTube-Videos, verstehen Griffbilder nicht richtig oder fühlen sich von zu viel Theorie überfordert. Das sorgt für Frust, holprige Akkordwechsel und das Gefühl, „einfach nicht musikalisch genug“ zu sein. Vielen Denken: „Ich brauche Talent oder jahrelange Übung, damit Akkorde sauber klingen und ich Songs spielen kann.“ Das denken sehr viele – doch es stimmt nicht. Wahrheit ist aber: Entscheidend sind klare Lernschritte, eine gute Erklärung, wie man Akkorde, Griffbilder und Rhythmus wirklich versteht, und kleine tägliche Übungseinheiten. Mit einer durchdachten Anleitung kann jeder Erwachsene – auch ohne Vorkenntnisse – schon nach kurzer Zeit erste Songs spielen, selbstbewusst begleiten und Spaß am Üben entwickeln. Hol dir jetzt meine kostenlose Probestunde für Gitarreneinsteiger. Darin zeige ich dir:
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  • typische Anfängerfehler und wie du sie vermeidest
Du wirst überrascht sein, wie schnell es gehen kann, wenn du mit System lernst – und wie gut es sich anfühlt, wenn der erste Song wirklich klingt.
Ich habe dir auf dieser Seite auch weiterführende Materialien und Schülerstimmen zur Verfügung gestellt, die dir zeigen, wie ich unterrichte, was meine Philosophie ist und welche Ergebnisse ich anderen Menschen wie dir bereits in der Vergangenheit möglich gemacht habe!
Ich wünsche dir viel Erfolg und hoffe wir sprechen uns bald!
- Dein Matthias -
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