Wenn du Gitarre lernen möchtest, stolperst du sehr schnell über „Tabs“ oder „Tabulaturen“. Gerade als Erwachsener ohne Vorkenntnisse ist das erst einmal ein fremdes System – aber keine Sorge: Gitarren Tabs zu lesen ist viel einfacher, als Noten zu lernen.

Ein Ratgeber von Matthias Koop
staatlich geprüfter Gitarrenlehrer
Was Gitarren Tabs sind
Wie du damit Melodien und Akkorde spielst
Wie du Rhythmus aus Tabs herauslesen kannst
Welche Sondersymbole es gibt (Hammer On, Pull Off, Slides, Bendings usw.)
Welche Vor- und Nachteile Tabs haben
Am Ende weißt du genau, wie du eine einfache Tabulatur nimmst und in Musik auf deiner Gitarre verwandelst.
Notenschrift ist die klassische Musikschrift:
Fünf Notenlinien
Notenköpfe, Pausen, Vorzeichen
Man sieht Tonhöhe und Rhythmus
Sie hat einen großen Vorteil:
Sie ist universell – egal ob Klavier, Geige oder Gesang: Alle lesen das Gleiche.
Der Nachteil für Gitarren-Einsteiger:
Man muss zwei Dinge gleichzeitig lernen:
Die Noten auf den Linien
Wo diese Töne auf der Gitarre liegen (mehrere Möglichkeiten pro Ton)
Das ist für viele Erwachsene, die „einfach nur loslegen“ wollen, zu umständlich.
Gitarren Tabs (Tabulaturen) sind da einfacher.
Sie wurden speziell für Saiteninstrumente entwickelt und zeigen dir nicht abstrakt die Tonhöhe, sondern genau, wo du greifen musst.
Keine Notenköpfe, sondern Zahlen
Keine fünf Linien, sondern sechs Linien (für die sechs Saiten)
Du siehst direkt: Welche Saite, welcher Bund
Tabs sind also eher eine Griff-Anleitung als eine klassische Musikschrift.
Stell dir Gitarren Tabs als eine Art „Landkarte für deine Finger“ vor.
Schauen wir uns das Schritt für Schritt an.
Eine Tabulatur besteht normalerweise aus 6 Linien:
Die unterste Linie ist die tiefe E-Saite (dickste Saite)
Die nächste Linie darüber ist die A-Saite
Dann D, G, H (oder B)
Die oberste Linie ist die hohe E-Saite (dünnste Saite)
Also von unten nach oben:
Linie 6 = tiefe E-Saite
Linie 5 = A
Linie 4 = D
Linie 3 = G
Linie 2 = H (B)
Linie 1 = hohe E-Saite
Dazu kommen Zahlen auf den Linien:
Die Zahl zeigt dir den Bund, den du greifen sollst. Hier ein paar Beispiele:
Auf der A-Saite (zweite Linie von unten) steht eine „3“
Das heißt: Greife 3. Bund auf der A-Saite
0 bedeutet: Leersaite spielen, also Saite anschlagen ohne zu greifen
e|-----------------
h|-----------------
g|-----------------
d|-----------------
A|--0--2--3--------
E|-----------------
So liest du das:
Du spielst nur die A-Saite (zweite von unten)
Erst 0 (Leersaite)
Dann 2. Bund
Dann 3. Bund
Tabs werden wie normale Schrift von links nach rechts gelesen.
e|-----------------
h|-----------------
g|-----------------
d|-----------0--2--
a|--0--2--3--------
E|-----------------
Reihenfolge:
A-Saite, 0
A-Saite, 2
A-Saite, 3
D-Saite, 0
D-Saite, 2
Wichtig:
Du schaust immer erst: Auf welcher Saite steht die Zahl?
Dann: Welcher Bund?
Typischer Anfängerfehler:
Man sieht nur die Zahl und spielt sie „irgendwo“, z. B. 3. Bund, aber auf der falschen Saite.
Lösung: Immer zuerst die Saite prüfen, dann den Bund.
Der große Nachteil von Tabs:
Der Rhythmus ist oft nicht genau notiert.
Man sieht zwar die Töne, aber nicht immer, wie lange sie dauern sollen.
Es gibt drei Möglichkeiten:
1. Tabs ohne Rhythmus
Du hörst dir die Vorlage an (Song, Audio, YouTube)
Tabs zeigen nur: „Welche Töne in welcher Reihenfolge“
2. Tabs mit Noten kombiniert
Über der Tabulatur stehen normale Noten
Diese geben den Rhythmus an
Das ist ideal, aber etwas anspruchsvoller
3. Tabs mit grafischem Rhythmus
Abstände zwischen den Zahlen geben ungefähr den Rhythmus wieder. Aber das ist eher eine grobe Hilfe.
Tabs können nicht nur Einzeltöne zeigen, sondern auch Akkorde. Ein Akkord ist, wenn mehrere Saiten gleichzeitig angeschlagen werden.
In Tabs siehst du Akkorde so:
Mehrere Zahlen untereinander = gleichzeitig spielen
Beispiel (ein einfacher E-Moll-Akkord):
e|--0--
h|--0--
g|--0--
d|--2--
a|--2--
E|--0--
Hier siehst du:
Alle sechs Saiten sollen erklingen
Du greifst nur auf D- und A-Saite den 2. Bund
Alle anderen Saiten sind leer (0)
Merke:
Wenn mehrere Zahlen in einer senkrechten Linie stehen, bedeutet das:
→ Alles gleichzeitig spielen.
Wenn die Zahlen versetzt nebeneinander stehen, bedeutet das:
→ Nacheinander spielen (z. B. arpeggieren oder Melodie).
Warum sind Tabs so beliebt, besonders für erwachsene Anfänger?
✅ Schneller Einstieg
Du kannst schon nach kurzer Zeit deine ersten Melodien spielen.
✅ Direkte Verbindung zur Gitarre
Du siehst genau: Welche Saite, welcher Bund – kein Umweg über Notennamen.
✅ Unmengen an Material online
Es gibt sehr viele Songs kostenlos als Tabs.
✅ Ideal für „Nebenbei-Lerner“
Wenn du wenig Zeit hast, helfen Tabs dir, schnell etwas hörbar aufs Instrument zu bringen.
Tabs sind super – aber nicht perfekt!
❌ Rhythmus meist unklar
Du musst fast immer eine Aufnahme zum Vergleich hören.
❌ Kein Überblick über Harmonielehre
Du lernst, „wo du greifen musst“, aber nicht automatisch, was du spielst (Tonarten, Intervalle etc.).
❌ Qualität variiert stark
Frei verfügbare Tabs im Internet sind oft fehlerhaft.
❌ Abhängigkeit vom Tab
Wer nur Tabs nutzt, tut sich manchmal schwer, „frei“ zu spielen oder nach Gehör.
Wichtig:
Du kannst Tabs als Werkzeug nutzen, ohne dich allein darauf zu verlassen.
Ideal ist eine Mischung aus:
Tabs zum schnellen Einstieg
Gehör
Später vielleicht auch ein bisschen Noten- oder Rhythmusverständnis
Tabs zeigen nicht nur, welche Töne, sondern oft auch wie du sie spielen sollst. Dafür gibt es spezielle Symbole und Abkürzungen. Die wichtigsten schauen wir uns jetzt an – immer mit einem einfachen Beispiel und kurzer Übeanleitung.
Symbol in Tabs:
meistens "h" oder ein Bogen mit zwei Noten
Beispiel:
a|--5h7--
Bedeutung:
Du spielst den 5. Bund auf der A-Saite an.
Dann „hämmerst“ du mit einem anderen Finger auf den 7. Bund derselben Saite, ohne neu anzuschlagen.
Symbol:
meistens "p"
Beispiel:
a|--7p5--
Bedeutung:
Du greifst 7. und 5. Bund gleichzeitig.
Schlag die Saite an (7. Bund hörbar).
Dann ziehst du den Finger vom 7. Bund leicht nach unten oder oben weg, sodass die Saite erneut schwingt und der 5. Bund klingt.
Symbol:
b oder Pfeile nach oben
Beispiel:
e|--7b9--
Bedeutung:
Du greifst den 7. Bund
Du ziehst die Saite so weit hoch, bis sie klingt wie der Ton im 9. Bund
Wird oft notiert:
1/2 = ein Halbton
1 = ein Ganzton
Für Einsteiger: Bending ist eher eine Technik für später, besonders auf der E-Gitarre.
Auf der Akustikgitarre ist es schwerer, aber möglich.
Symbol:
/ (nach oben) oder \ (nach unten)
Beispiel:
g|--5/7--
Bedeutung:
Greife 5. Bund, schlag an
Ohne den Druck zu lösen, gleitest du zum 7. Bund
Umgekehrt:
g|--7\5-- = vom 7. zum 5. Bund „rutschen“.
Symbol:
oft „P.M.“ über der Tab oder Punkte
Beispiel:
E|--0-0-0-0--
P.M.
Bedeutung:
Du legst den Handballen der Anschlaghand leicht hinten auf die Saiten (in Nähe der Brücke), während du anschlägst.
Der Ton klingt gedämpft, „trocken“.
Symbol:
oft als x in der Tab
Beispiel:
E|--0-x-0-x--
Bedeutung:
x = angeschlagene, aber abgedämpfte Saite
Du berührst die Saite leicht mit der Greifhand, ohne sie herunterzudrücken.
Klingt wie ein perkussives „Klick“.
Symbol:
oft T oder eine besondere Notation, z. B.:
Beispiel:
e|--5h8t12--
Bedeutung:
Statt nur mit der Greifhand hammer on/pull off zu machen, tippst du mit einem Finger der Anschlaghand (meist Zeige- oder Mittelfinger) auf einen Bund, als wäre es ein Hammer On.Du berührst die Saite leicht mit der Greifhand, ohne sie herunterzudrücken.
Für Einsteiger ist Tapping eher ein „späteres Kapitel“, aber gut zu wissen, wenn du es in Tabs siehst.
Nein, du kannst Gitarre sehr weit bringen, nur mit Tabs und deinem Gehör.
Noten sind aber später eine schöne Ergänzung, wenn du tiefer in Musiktheorie einsteigen möchtest.
Die Grundidee (Saiten + Zahlen) verstehst du meist in ein bis zwei Übungen.
Wirklich flüssig wirst du, wenn du regelmäßig spielst:
10–15 Minuten am Tag mit einfachen Melodien
Nach ein paar Wochen fühlst du dich sicher
Leider nein. Viele frei verfügbare Tabs enthalten Fehler oder sind sehr vereinfacht.
Mein Tipp:
Nutze für Lieblingssongs möglichst offizielle Songbooks oder Tabs von bekannten
Plattformen.
Vertraue deinem Ohr: Wenn etwas „falsch“ klingt, hinterfrage die Tab.
Tabs zeigen dir primär die Töne, nicht den genauen Rhythmus.
Hör dir immer eine Aufnahme des Songs an.
Spiele erst ohne Metronom, nur nach Gehör, dann später mit Metronom oder Playback.
Schlecht ist es nicht – aber es ist ein bisschen so, als würdest du immer nach Navigationsgerät fahren.
Ideal ist:
Tabs zum schnellen Einstieg
Dein Gehör zum Rhythmus & Feeling
Später vielleicht ein bisschen Musiktheorie
Wenn du erleben möchtest, wie einfach das Lesen von Gitarren-Tabs für Erwachsene wirklich sein kann, lade ich dich herzlich zu meiner kostenlosen Probestunde ein.
Dort zeige ich dir live, wie du sofort deine ersten Tabs spielst, eine einfache Melodie umsetzt und ein klares Schritt-für-Schritt-System bekommst – selbst wenn du absoluter Anfänger bist und noch nie Tabs gelesen hast.
Ich habe dir auf dieser Seite auch weiterführende Materialien und Schülerstimmen zur Verfügung gestellt, die dir zeigen, wie ich unterrichte, was meine Philosophie ist und welche Ergebnisse ich anderen Menschen wie dir bereits in der Vergangenheit möglich gemacht habe!
Ich wünsche dir viel Erfolg und hoffe wir sprechen uns bald!
Dein Matthias
Über mich
Ich helfe heute Erwachsenen, die Gitarre lernen möchten, ihre Wünsche zu erreichen.
Weil ich genau weiß, wie es sich anfühlt, am Anfang zu stehen, unsicher zu sein und nicht zu wissen, wie man Schritt für Schritt zum Ziel kommt.
Dieses Problem habe ich für mich gelöst – und daraus mein System entwickelt, das auch dir den Weg deutlich leichter macht.
Schülerstimmen
In den letzten Jahren habe ich vielen erwachsenen Gitarreneinsteigern geholfen, ihre ersten Songs sicher zu begleiten.
Technische Hürden zu meistern und echtes musikalisches Verständnis zu entwickeln.
Finde heraus, für wen mein Unterricht besonders geeignet ist und was meine Schüler*innen alles gelernt und für sich gemeistert haben.
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