Fingerpicking ist eine vielseitige Spieltechnik, bei der Gitarrensaiten mit den Fingern statt mit dem Plektrum gezupft werden.
Dieser Artikel erklärt Grundlagen, Zupfmuster und wichtige Fingerpicking-Arten.
Viele verwenden die Begriffe Fingerpicking und Fingerstyle als Synonyme. In der Praxis bezeichnen sie jedoch unterschiedliche musikalische Ansätze und Spieltechniken, die sich im Anspruch, der Klangwirkung und dem musikalischen Ziel deutlich unterscheiden.
1. Fingerpicking - klassische Zupftechnik für Liedbegleitung
Fingerpicking beschreibt die traditionellen Zupftechniken, die du vor allem in Liedbegleitung, Folk, Blues und Singer/Songwriter-Musik findest.
Der Fokus liegt hier auf Begleitung, nicht auf solistischem Spiel.
der Bass wird stabil mit dem Daumen gespielt
darüber laufen gleichmäßige Zupfmuster
Akkorde bilden die Grundlage
kleine Melodieelemente laufen im Hintergrund mit
der Gesang oder die Band bleibt im Vordergrund
Hier spiele ich eine Zupftechnik aus dem erweiterten Grundlagenbereich des
Fingerpickings. Sie nennt sich Inside-Outside-Picking, kombiniert mit einer kleinen Melodie.
Diese bildet eine wichtige Vorstufe zum Travispicking.
Diese Technik eignet sich vor allem für Gitarristen, die bereits solide Grundlagen beherrschen.
2. Fingerstyle – Melodie im Vordergrund, Akkorde um die Melodie herum
Fingerstyle ist eine Weiterentwicklung des klassischen Fingerpickings.
Hier steht nicht mehr die Begleitung im Mittelpunkt, sondern die Melodie.
die Melodie eines Songs
die Akkorde
Begleitfiguren
Bassnoten
Hier siehst du mich, wie ich den Song von Eric Clapton - Tears in Heaven spiele!
Die Fingerstyle - Technik in seiner ursprüglichen Form.
Melodie steht im Vordergrund, die Akkorde werden als weiteres Zupfmuster drum "herumgebaut"
3. Modern Fingerstyle – die vollständige Weiterentwicklung
Modern Fingerstyle geht noch einen Schritt weiter und kombiniert Fingerstyle mit Elementen aus Percussion, virtuosen Techniken und erweiterten Stimmungen.
Melodie, Akkorde und Bass gleichzeitig
Percussive Elemente (Slaps auf den Saiten, Klopfgeräusche auf dem Korpus)
Tapping (Melodietöne mit beiden Händen greifen)
Slides, Hammer-Ons, Pull-Offs
Verwendung von alternativen Stimmungen
Hier siehst du Andy McKee.
Einen der ersten Mitgründer der Modern-Fingerstyle-Bewegung, wenn nicht sogar einen der maßgeblichen Wegbereiter dieser beeindruckenden und heute weltweit bekannten Spieltechnik.
Fingerpicking ist eine Spieltechnik, bei der die Gitarrensaiten mit einzelnen Fingern der rechten Hand gezupft werden. Im Gegensatz zum Anschlagen mit dem Plektrum ermöglicht Fingerpicking, dass gleichzeitig:
Basslauf
Der Daumen spielt die tiefen Saiten für einen kontinuierlichen Basslauf.
Zupfmuster
Gleichzeitig werden mit den anderen Fingern Akkorde oder spezifische Zupfmuster gespielt.
Melodie
Eine Melodie wird gleichzeitig gespielt, was dem Stück Ausdruck verleiht.
Vielseitig für Folk, Blues
Ideal für verschiedene Musikstile wie Folk, Blues, Pop und Singer/Songwriter.
Strukturierter, klarer Klang
Erzeugt einen strukturierten und klaren Klang, der sich von Strumming unterscheidet.
Keine Vorkenntnisse nötig
Auch für Anfänger geeignet, da alles Schritt für Schritt erlernt werden kann.
Viele Gitarristen möchten früher oder später Gitarre zupfen lernen. Dafür gibt es sehr praktische und musikalische Gründe – besonders, wenn du Lieder begleiten oder ruhige Passagen gestalten möchtest.
Du klingst sofort musikalisch & die Anfänge sind leicht
Schon einfache Zupfmuster erzeugen harmonische, ruhige und angenehme Klänge. Für Einsteiger wirkt das oft motivierender als der Start mit Schlagmustern, weil die Töne klar und sauber erklingen.
Du entwickelst ein besseres Rhythmusgefühl
Beim Fingerpicking musst du unterschiedliche Saiten im richtigen Moment zupfen. Dadurch entsteht ein präzises Timing, das dir später auch beim Strumming und anderen Techniken hilft.
Du trainierst rechte und linke Hand gleichzeitig
Die linke (Greif-)Hand bildet Akkorde oder einzelne Töne, während die rechte Hand Zupfmuster spielt. Das Zusammenspiel beider Hände verbessert dein Gitarrenspiel grundlegend.
Ideal für Liedbegleitung
Fingerpicking eignet sich hervorragend für: ruhige Strophen, Intro- und Zwischenparts, Balladen oder emotionale Songteile, weil du die einzelnen Saiten der Gitarre gezupft spielst, klingt der Song feiner, intimer und dynamischer.
Perfekt kombinierbar mit Strumming
Viele Songs klingen am besten, wenn Fingerpicking und Strumming kombiniert werden: Strophe gezupft, Refrain mit kräftigem Anschlag, Bridge wieder gezupft. So entsteht ein abwechslungsreiches Arrangement mit viel musikalischer Tiefe.
Akkorde und Melodie gleichzeitig
Wenn du ein gewisses Niveau erreicht hast, kannst du: den Bass mit dem Daumen spielen, Akkorde mit mehreren Saiten begleiten und gleichzeitig die Gesangsmelodie zupfen. Damit kannst du komplette Songs solo spielen.
Passt zu vielen Musikstilen
Ob Folk, Blues, Singer/Songwriter, moderne Akustikmusik oder Pop — Fingerstyle auf der Gitarre funktioniert überall.
Musikalisch unabhängig
Du kannst Bass, Rhythmus und Melodie alleine spielen. Dadurch eignet sich Fingerpicking perfekt für Solo-Auftritte oder Wohnzimmerkonzerte.
Es macht einfach Spaß
Viele Einsteiger erleben Fingerpicking als ruhig, konzentriert und angenehm – fast meditativ.
Nachdem ich dir eingangs die drei Hauptkategorien Fingerpicking, Fingerstyle und Modern Fingerstyle erklärt habe, zeige ich dir nun innerhalb der Kategorie Fingerpicking die wichtigsten weiteren Zupftechniken, die jeweils eigene Klangbilder erzeugen.
1. Grundlagenpicking
Beim Grundlagenpicking geht es zunächst darum, einzelne Saiten kontrolliert und nacheinander anzuzupfen. Dabei hältst du dich strikt an die klassische Grundaufteilung der rechten Hand:
Der Daumen (p) spielt die Basssaiten, der Zeigefinger (i) die G-Saite, der Mittelfinger (m) die H-Saite und der Ringfinger (a) die hohe E-Saite.
Diese feste Zuordnung bleibt immer bestehen, damit du Sicherheit und Orientierung entwickelst.
Schon mit dieser einfachen Grundformation lassen sich zahlreiche Zupfmuster spielen, die musikalisch sofort gut klingen.
2. Travispicking
Beim Travispicking verbindet deine rechte Hand einen gleichmäßigen Wechselbass mit rhythmisch versetzten Melodie- und Begleittönen.
Der Daumen spielt dabei stabil im Viertelpuls, während Zeige- und Mittelfinger darüber eine synkopierte Begleitung formen. Typisch ist außerdem der sogenannte Pinch, bei dem Daumen und Finger gleichzeitig zwei Saiten anzupfen, um Akzente zu setzen.
Als wichtige Vorläufer dieser Technik gelten das Inside–Outside-Picking und das Outside–Inside-Picking, bei denen du lernst, verschiedene Saitenpaare sauber und unabhängig zu zupfen.
3. Folkpicking
Beim Folkpicking rückt neben dem Wechselbass zunehmend die Melodie in den Vordergrund.
Während der Daumen gleichmäßig Bassnoten auf der E-, A- oder D-Saite spielt, übernehmen Zeige-, Mittel- und Ringfinger kleine melodische Einwürfe, die den Zupfmustern mehr Ausdruck verleihen.
Dadurch klingt das Muster lebendiger und musikalischer als reines Grundlagenpicking.
Typisch sind fließende, oft wiederkehrende Patterns, bei denen Melodietöne zwischen die Bassnoten gesetzt werden, ohne die Begleitung zu überlagern.
Folkpicking eignet sich hervorragend für ruhige Singer/Songwriter-Passagen, Strophen oder Fingerpicking-Balladen und ist für Gitarristen mit ersten Grundlagen ein idealer nächster Schritt.
4. Percussionpicking
Beim Percussive Picking verbindest du klassische Zupfmuster mit rhythmischen Akzenten, die du unmittelbar auf den Gitarrensaiten erzeugst.
Dabei „schlägt“ der Daumen kontrolliert auf die Basssaiten, um einen perkussiven Klang zu erzeugen, der wie eine leichte
Schlagzeugbegleitung wirkt.
Diese Technik lässt sich hervorragend mit Travis- und Folkpicking kombinieren, weil die perkussiven Elemente den rhythmischen Fluss verstärken und das Zupfmuster dynamischer klingen lassen.
Oft entsteht dadurch ein treibender, markanter Groove, der besonders in modernen Folk- und Singer/Songwriter-Arrangements beliebt ist.
Für Gitarristen, die bereits erste Picking-Erfahrung haben, bietet Percussive Picking eine spannende Erweiterung des eigenen Klangspektrums.
5. Carterpicking
Beim Carterpicking wandert die Melodie überwiegend in den Bassbereich und wird daher hauptsächlich mit dem Daumen gespielt.
Dieser übernimmt oft eine Art „Walking Bass“, bei dem die Melodietöne fließend auf den tiefen Saiten eingebettet werden.
Gleichzeitig spielt der Zeigefinger — manchmal auch unterstützt von Mittel- oder Ringfinger — mehrere Saiten eines Akkords auf einmal, sodass kleine Strumming-Elemente entstehen.
Dadurch wirkt Carterpicking wie eine Mischung aus Fingerpicking und Strumming: eine Basslinie als Melodie unten, und darüber eine rhythmische Akkordbegleitung.
Diese Technik eignet sich besonders gut für Folk- und Country-Stile und ist ideal für Gitarristen, die erste melodische Bassläufe mit einer einfachen, begleitenden Schlagbewegung kombinieren möchten.
Daumen
Der Daumen spielt die drei tiefsten Saiten:
E-Saite (6), A-Saite (5), D-Saite (4)
Basis für den Rhythmus.
Zeigefinger
Der Zeigefinger ist für die G-Saite zuständig:
G-Saite (3)
Für Melodien und Harmonien.
Mittelfinger
Der Mittelfinger kümmert sich um die H-Saite:
H-Saite (2)
Für hellere Töne.
Ringfinger
Der Ringfinger ist für die höchste Saite verantwortlich: Hohe e-Saite (1)
Für die Spitzen der Melodie.
Tabulatur – oft kurz „Tab“ genannt – ist eine vereinfachte Notenschrift speziell für die Gitarre.
Im Gegensatz zur klassischen Notenschrift zeigt sie nicht die Tonhöhe auf einem Notensystem, sondern ganz konkret welche Saite du spielst und in welchem Bund.
Dadurch ist Tabulatur besonders leicht zu verstehen, sogar für absolute Anfänger, die keine musikalische Vorbildung besitzen.
1. Wie funktioniert Tabulatur?
Eine Gitarren-Tabulatur besteht aus sechs Linien.
Jede Linie steht für eine Saite der Gitarre: die unterste Linie repräsentiert die tiefe E-Saite, die oberste Linie die hohe e-Saite.
2. Bundzahlen verstehen
Auf den Linien stehen Zahlen, und diese Zahlen geben den Bund an, den du mit der Greifhand greifen sollst. So siehst du auf einen Blick, welche Saite und welcher Ton gespielt wird, und in welcher Reihenfolge.
3. Vorteile für Fingerpicking
Du erkennst sofort: wann der Daumen eine Bassnote spielt, wann Zeigefinger, Mittelfinger oder Ringfinger eingesetzt werden, wie das Picking-Pattern rhythmisch aufgebaut ist, und wie Bass, Akkord und Melodie zusammenlaufen.
Nein, sie sind optional. Fingerkuppen funktionieren sehr gut.
Ja – besonders in Blues, Folk und Singer/Songwriter-Stilen.
Für Anfänger: Ja. Später kannst du flexibler werden.
Definitiv – das ist eine der größten Stärken dieser Technik.
Die Basics gehen schnell – komplexere Techniken brauchen mehr Zeit.
Nicht unbedingt. Viele Einsteiger empfinden Fingerpicking sogar als übersichtlicher.
Über mich
Ich helfe heute Erwachsenen, die Gitarre lernen möchten, ihre Wünsche zu erreichen.
Weil ich genau weiß, wie es sich anfühlt, am Anfang zu stehen, unsicher zu sein und nicht zu wissen, wie man Schritt für Schritt zum Ziel kommt.
Dieses Problem habe ich für mich gelöst – und daraus mein System entwickelt, das auch dir den Weg deutlich leichter macht.
Schülerstimmen
In den letzten Jahren habe ich vielen erwachsenen Gitarreneinsteigern geholfen, ihre ersten Songs sicher zu begleiten.
Technische Hürden zu meistern und echtes musikalisches Verständnis zu entwickeln.
Finde heraus, für wen mein Unterricht besonders geeignet ist und was meine Schüler*innen alles gelernt und für sich gemeistert haben.
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